GL-S Signature Serves Rev. 01 / Basel / 2026

Zehn Drinks aus der Aktienmühle

Zehn Drinks, die nur aus diesen Flaschen entstehen können. Von Yuzu, Nori und Fichte bis zu Kirsch, Kaffee und Wermut. Wir entwickeln jeden Drink aus dem Destillat heraus — nicht aus einem Standardrezept, in das irgendein Gin gegossen wird. Einfach genug für zu Hause, präzise genug für unsere Bar.

Das Rezept richtet sich nach der Flasche, nicht umgekehrt

Die Reihe

Nach Aufwand filtern
GL-S01ExperimentNori SourFisherman’s GinYuzu, Matcha, Nori, Fleur de Sel · 41 % volYuzusalzigseidigMassstab 20 cl12.2 cl
Zeit5 Min
WerkzeugShaker, Feinsieb
GlasCoupette
Ansatz12.2 cl
Rezept und AnleitungSchliessen5 Zutaten · 4 Schritte · 2 Bausteine

Zutaten

  1. 01Fisherman’s Gin4.5 cl
  2. 02Yuzu-Cordial2.5 cl
  3. 03Zitronensaft, frisch1 cl
  4. 04Eiweiss, pasteurisiert1.5 cl
  5. 05Nori-Salzlösung 20 %3 Tropfen
Im Glas12.2 cl · 15.2 % vol
Baustein · Yuzu-Cordial
  • Yuzusaft, ungesalzen200 ml
  • Zucker200 g
  • Zitronensäure2 g

Saft auf 50 °C erwärmen, Zucker und Säure darin lösen. Nicht kochen — Hitze nimmt dem Yuzu die Spitze. Sofort abkühlen und abfüllen.

Ausbeute
ca. 330 ml · reicht für 13 Drinks
Pro Drink
2.5 cl pro Drink
Lagerung
Kühlschrank, verschlossen
Haltbarkeit
4 Wochen
Verderb
Trübung, Gasbildung, essigsaurer Geruch
Baustein · Nori-Salzlösung 20 %
  • Wasser100 ml
  • Meersalz20 g
  • Nori, geröstet2 g

Wasser auf 60 °C, Nori 20 Minuten ziehen lassen, abseihen, Salz darin lösen, kühlen. In eine Tropfflasche abfüllen.

Ausbeute
ca. 95 ml · reicht für über 300 Drinks
Pro Drink
3 Tropfen pro Drink
Lagerung
Kühlschrank, Tropfflasche
Haltbarkeit
4 Wochen
Verderb
Fäulnisgeruch, Schlieren

Anleitung

  1. Alles ohne Eis 15 Sekunden trocken schütteln.Dry Shake

  2. Eis zugeben und 12 Sekunden hart schütteln.Shake · 12 s

  3. In das vorgekühlte Glas doppelt abseihen.doppelt

  4. Drei Tropfen Salzlösung auf den Schaum setzen.obenauf

Warum so

So schmeckt er: Zitrus vorn, Salz im Rücken, langer seidiger Abgang.

Der Fisherman’s ist mit Yuzu, Matcha, Nori und Fleur de Sel gebrannt. Der Drink nimmt drei davon noch einmal auf — das ist Absicht, keine Verdopplung aus Versehen.

Säure, Salz und Eiweiss verändern nicht das Aroma, sondern seine Wahrnehmung. Die Säure aus Cordial und Zitrone zieht die Zitrusnote nach vorn und hält sie länger. Salz dämpft Bitterkeit, wodurch die Meernote deutlicher hervortritt. Das Eiweiss legt einen Film auf die Zunge, der die Aromen langsamer freigibt.

Bei jedem anderen Gin wären Yuzu und Nori Zusätze — Aromen, die von aussen kommen. Hier sind sie Verstärkung dessen, was schon destilliert wurde. Der Unterschied schmeckt man: der Drink hat eine Mitte statt zwei Schichten.

Glas
Coupette, vorgekühlt
Ansatz
12.2 cl im Glas · 15.2 % vol
Zeit
5 Min
Werkzeug
Shaker, Feinsieb
Allergen
Ei — pasteurisiertes Eiweiss
Fisherman’s Gin für diesen Drink
GL-S02LabMoos & Zitroneverwandt mit dem Dry MartiniGentleman’s GinLondon Dry · sieben Botanicals, darunter Isländisches Moos, Kardamom, Nelken · 41 % voltrockenwurzeliggewürztMassstab 20 cl9 cl
Zeit2 Min, nach 12 h im Tiefkühler
WerkzeugFlasche, Tiefkühler
GlasNick & Nora
Ansatz9 cl
Rezept und AnleitungSchliessen5 Zutaten · 4 Schritte · 2 Bausteine

Zutaten

  1. 01Gentleman’s Gin6 cl
  2. 02Wermut, trocken1 cl
  3. 03Isländisch-Moos-Auszug0.4 cl
  4. 04Wasser, gerechnete Verdünnung1.6 cl
  5. 05Kardamom-Nelken-Tinktur2 Tropfen
Im Glas9 cl · 31 % vol
Baustein · Isländisch-Moos-Auszug
  • Isländisch Moos, getrocknet (Cetraria islandica, Apotheke)5 g
  • Davos Vodka100 ml

12 Stunden bei Raumtemperatur dunkel ziehen lassen, dann abseihen. Nicht länger: das Moos wird schnell streng bitter.

Ausbeute
ca. 90 ml · reicht für über 200 Drinks
Pro Drink
0.4 cl pro Drink
Lagerung
dunkel, Raumtemperatur
Haltbarkeit
6 Monate
Verderb
Trübung, muffiger Geruch
Baustein · Kardamom-Nelken-Tinktur
  • Grüner Kardamom, angedrückt10 g
  • Nelken2 g
  • Davos Vodka200 ml

5 Tage dunkel ziehen lassen, täglich schwenken, fein abseihen. In eine Tropfflasche abfüllen.

Ausbeute
ca. 180 ml
Pro Drink
2 Tropfen pro Drink
Lagerung
dunkel, Tropfflasche
Haltbarkeit
12 Monate
Verderb
Trübung

Anleitung

  1. Alles in eine verschliessbare Flasche geben und schwenken.ansetzen

  2. 12 Stunden bei −18 °C lagern.12 h · −18 °C

  3. Direkt in das tiefgekühlte Glas einschenken. Nicht rühren, kein Eis.direkt

  4. Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken und verwerfen.Öl, ohne Schale

Warum so

So schmeckt er: Eiskalt, wurzelig-bitter, Gewürz erst im Nachgang.

Isländisches Moos, Kardamom und Nelken sind drei der sieben Botanicals im Gentleman’s. Auszug und Tinktur fügen nichts Fremdes hinzu, sie stellen drei Regler lauter, die schon vorhanden sind.

Die Verdünnung ist gerechnet statt gerührt. Gin, Wermut und Auszug ergeben 7.4 cl. Ein gerührter Martini nimmt rund 22 % Wasser auf, das sind 1.63 cl — gerundet 1.6 cl. Der Ansatz steht damit bei 9 cl, genau dort, wo er nach dem Rühren stünde. Nur ohne Eis und bei −18 °C statt bei −4 °C. Die Verdünnung wird vorweggenommen, die Kälte gewonnen.

Bei einem beliebigen London Dry wären Moos und Nelke Fremdkörper im Glas. Hier sind sie die eigene Handschrift der Flasche, nur deutlicher.

Glas
Nick & Nora, tiefgekühlt
Ansatz
9 cl im Glas · 31 % vol
Zeit
2 Min, nach 12 h im Tiefkühler
Werkzeug
Flasche, Tiefkühler
Vorlauf
12 Stunden Tiefkühler
Gentleman’s Gin für diesen Drink
GL-S03ExperimentWaldkanteLumberjack’s GinOld Tom · Fichtennadel, kanadischer Ahornsirup · 41 % volFichteAhornperlendMassstab 20 cl17.5 cl
Zeit4 Min
WerkzeugShaker, Highballglas
GlasHighball
Ansatz17.5 cl
Rezept und AnleitungSchliessen4 Zutaten · 4 Schritte · 1 Baustein

Zutaten

  1. 01Lumberjack’s Gin5 cl
  2. 02Fichtennadel-Cordial2 cl
  3. 03Zitronensaft, frisch1.5 cl
  4. 04Soda, eiskalt (max. 4 °C)9 cl
Im Glas17.5 cl · 11.7 % vol
Baustein · Fichtennadel-Cordial
  • Fichtennadelspitzen, frisch30 g
  • Wasser500 ml
  • Zucker400 g
  • Zitronensäure8 g

Wasser auf 70 °C, Nadeln 30 Minuten ziehen lassen, abseihen, Zucker lösen, Säure einrühren, kühlen. Nur Fichte (Picea abies) oder Tanne verwenden — niemals Eibe, sie ist giftig. Erntezeit Mai bis Juni, solange die Triebe hellgrün sind.

Ausbeute
ca. 750 ml · reicht für 37 Drinks · rund 53 g Zucker je 100 ml, Säure rund 1 %
Pro Drink
2 cl pro Drink
Lagerung
Kühlschrank, oder portionsweise eingefroren
Haltbarkeit
4 Wochen gekühlt, 6 Monate gefroren
Verderb
Trübung, Gasbildung, Hefegeruch

Anleitung

  1. Gin, Cordial und Zitrone kurz auf Eis schütteln.Shake · 8 s

  2. In das mit Eis gefüllte Glas abseihen.einfach

  3. Soda am Glasrand hinunterlaufen lassen.am Rand

  4. Einmal heben, nicht rühren.1 × heben

Warum so

So schmeckt er: Harzig, süss-sauer, trockener perlender Abgang.

Die Fichtennadel steckt schon im Gin, das Cordial bringt sie frisch dazu. Destillierte und frisch aufgegossene Fichte schmecken nicht gleich: die eine ist harzig und schmal, die andere grün und breit. Übereinandergelegt ergeben sie Tiefe statt Wiederholung.

Zum Zucker, ohne Schönfärberei: Das Cordial enthält rund 53 g Zucker je 100 ml, bei 2 cl also etwa 10 g. Dazu kommt die Ahornsüsse aus dem Gin. Deshalb steht das Cordial bei 2 cl und nicht bei 3, und die Zitrone bei 1.5 cl. Der Drink soll trocken bleiben.

Mit einem London Dry bräuchte es zusätzlich Zuckersirup, um dieselbe Balance zu erreichen — und die Röstnote des Ahorns fehlte ganz.

Glas
Highball, mit Eis gefüllt
Ansatz
17.5 cl im Glas · 11.7 % vol
Zeit
4 Min
Werkzeug
Shaker, Highballglas
Lab-Methode
Statt Soda: Ansatz mit 9 cl kaltem Wasser auf 2 °C bringen, mit 2.5 bar CO₂ karbonisieren, ohne Eis servieren. Feinere Perlage, kein Verdünnungsverlauf.
Lumberjack’s Gin für diesen Drink
GL-S04SofortHolzfeuerverwandt mit dem Old FashionedLumberjack’s GinOld Tom · Fichtennadel, kanadischer Ahornsirup · 41 % volAhornOrangeBitterMassstab 20 cl7.3 cl
Zeit3 Min
WerkzeugRührglas, Barlöffel
GlasDouble Rocks
Ansatz7.3 cl
Rezept und AnleitungSchliessen4 Zutaten · 3 Schritte

Zutaten

  1. 01Lumberjack’s Gin6 cl
  2. 02Angostura Bitters2 Spritzer
  3. 03Orange Bitters1 Spritzer
  4. 04Orangenzeste1 Stk.
Im Glas7.3 cl · 33.6 % vol

Anleitung

  1. Gin und beide Bitters auf Würfeleis 25 Sekunden rühren.Rühren · 25 s

  2. Über einen grossen Würfel abseihen.1 Würfel

  3. Orangenzeste über dem Glas ausdrücken, Schale einlegen.Öl, mit Schale

Warum so

So schmeckt er: Warm, harzig, Orange über Ahorn, langer bitterer Schluss.

Zucker geht nicht durch die Brennblase. Was gesüsst wird, wird nach dem Brand gesüsst — genau das macht einen Old Tom aus. Beim Lumberjack’s übernimmt das kanadischer Ahornsirup. Die Süsse eines Old Fashioned steckt hier also schon in der Flasche, zusammen mit einer Röstnote, die Zuckersirup nicht mitbringt.

Verdünnt wird genau einmal. Kein zusätzliches Wasser, kein doppelter Weg: das Rühren bringt rund 22 %, aus 6.1 cl werden 7.5 cl. Der grosse Würfel im Glas verdünnt danach weiter, langsam und beabsichtigt — dafür ist er da. Nach zehn Minuten liegt der Drink bei etwa 28 % statt 33.6 %.

Wer es süsser mag, gibt 0.5 cl Ahornsirup dazu. Wir geben ihn nicht dazu, weil die Flasche ihn schon mitbringt.

Glas
Double Rocks, ein grosser Würfel
Ansatz
7.3 cl im Glas · 33.6 % vol
Zeit
3 Min
Werkzeug
Rührglas, Barlöffel
Eis
Ein grosser klarer Würfel. Kleines Eis verwässert schneller.
Lumberjack’s Gin für diesen Drink
GL-S05ExperimentLetzter Tropfenverwandt mit dem French 75Flaneur GinWacholder, Orange, Pomelo, Grapefruit · 40 % volZitrustrockenperlendMassstab 20 cl13.6 cl
Zeit4 Min
WerkzeugShaker, Feinsieb
GlasCoupette
Ansatz13.6 cl
Rezept und AnleitungSchliessen5 Zutaten · 4 Schritte

Zutaten

  1. 01Flaneur Gin2.5 cl
  2. 02Zitronensaft, frisch1.2 cl
  3. 03Zuckersirup 2:10.8 cl
  4. 04Hedonistic Breakfast Club, eiskalt8 cl
  5. 05Absinthe de Bâle1 Tropfen
Im Glas13.6 cl · 14.7 % vol

Anleitung

  1. Gin, Zitrone und Sirup 10 Sekunden auf Eis schütteln.Shake · 10 s

  2. In das vorgekühlte Glas doppelt abseihen.doppelt

  3. Mit eiskaltem Sekt am Glasrand auffüllen.langsam

  4. Einen Tropfen Absinth auf die Oberfläche setzen.1 Tropfen · obenauf

Warum so

So schmeckt er: Grapefruit und Zitrone, trocken, Anis erst im Nachgang.

Der Flaneur ist der zitrischste unserer Gins — Orange, Pomelo und Grapefruit neben dem Wacholder. Ein French 75 verlangt genau diese Achse und braucht deshalb keine zusätzliche Aromatik.

Ein klassisches Rezept rechnet mit einem unbekannten Schaumwein: niemand weiss beim Nachmixen, wie viel Zucker in seiner Flasche steckt. Wir wissen es. Der Hedonistic Breakfast Club von Ale & Bread trägt 8 g/l — Deutscher Sekt aus Baden, Nobling und Chardonnay, 21 Monate auf der Hefe. Acht Zentiliter bringen damit 0.64 g Zucker mit, der Sirup 6.8 g. Der Sekt trägt rund ein Zehntel der Süsse, deshalb bleibt der Sirup bei 0.8 cl. Bei einem Extra dry mit 15 g/l müsste er runter.

Der Absinth kommt als einzelner Tropfen auf die Oberfläche, nicht in den Shaker. Im Shaker verteilte er sich und legte sich über alles. Obenauf riecht man ihn beim Ansetzen und schmeckt ihn erst im Nachgang.

Glas
Coupette, vorgekühlt
Ansatz
13.6 cl im Glas · 14.7 % vol
Zeit
4 Min
Werkzeug
Shaker, Feinsieb
Schaumwein
Hedonistic Breakfast Club von Ale & Bread · 12.5 % vol · 8 g/l Dosage
Allergen
enthält Sulfite

Hedonistic Breakfast Club, Ale & Bread ↗

Flaneur Gin für diesen Drink
GL-S06SofortMorgenwerkverwandt mit dem Espresso MartiniLicor de CaféCold Brew · Santa Rosa, Honduras, 100 % Arabica · 24 % volKaffeeKirschetrockenMassstab 20 cl11.9 cl
Zeit4 Min
WerkzeugEspressomaschine, Shaker
GlasCoupette
Ansatz11.9 cl
Rezept und AnleitungSchliessen4 Zutaten · 3 Schritte

Zutaten

  1. 01Licor de Café3 cl
  2. 02Davos Vodka3 cl
  3. 03Espresso, frisch und heiss3 cl
  4. 04Kirsch de Bâle0.5 cl
Im Glas11.9 cl · 17.9 % vol

Anleitung

  1. Espresso frisch brühen.heiss

  2. Sofort mit allem übrigen auf Eis 12 Sekunden hart schütteln.Shake · 12 s

  3. Doppelt abseihen. Keine Garnitur — die Crema trägt den Drink.doppelt

Warum so

So schmeckt er: Röstkaffee, Kirschkern dahinter, trockener Abgang.

Der Licor de Café ist Cold Brew: kalt extrahiert, nicht heiss aufgegossen. Kaltes Wasser löst weniger Bitterstoffe und weniger Säure aus der Bohne. Was bleibt, ist Röstnote ohne Bitterkante. Genau diese Kante liefert der frisch gebrühte heisse Espresso im Shaker — die beiden Kaffees widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich. Mit einem heiss extrahierten Likör käme Bitterkeit auf Bitterkeit.

Miró und Ale & Bread haben den Likör bewusst mit wenig Zucker gebaut. Ein Standard-Espresso-Martini rechnet mit einem zuckerbetonten Likör und süsst trotzdem nach. Hier trägt der Kaffee, nicht der Zucker — also kommt kein Sirup dazu, und die Stärke holt sich der Drink aus einem neutralen Rücken statt aus mehr Likör.

Der halbe Zentiliter Kirsch ist bewusst klein. Der Kirsch de Bâle hat einen Hauch Bittermandel, und diese Note liegt unter Röstkaffee statt daneben. Bei 1 cl kippt der Drink ins Fruchtige, bei 0.5 cl bleibt er trocken und bekommt Tiefe.

Glas
Coupette, vorgekühlt
Ansatz
11.9 cl im Glas · 17.9 % vol
Zeit
4 Min
Werkzeug
Espressomaschine, Shaker
Garnitur
keine · keine drei Kaffeebohnen

Miró — Introducing Licor de Café ↗

Licor de Café für diesen Drink
GL-S07ExperimentPandan & SalzNakal GinNew Western Dry · Pandan, Kalamansi, Cassia · 46 % volPandanRöstreisLimetteMassstab 20 cl12.5 cl
Zeit5 Min
WerkzeugShaker, Feinsieb
GlasCoupette
Ansatz12.5 cl
Rezept und AnleitungSchliessen4 Zutaten · 2 Schritte · 1 Baustein

Zutaten

  1. 01Nakal Gin4.5 cl
  2. 02Röstreis-Kokoswasser, gesalzen3.5 cl
  3. 03Limettensaft, frisch1.5 cl
  4. 04Zuckersirup 2:10.5 cl
Im Glas12.5 cl · 16.6 % vol
Baustein · Röstreis-Kokoswasser, gesalzen
  • Jasminreis40 g
  • Kokoswasser, ungesüsst500 ml
  • Meersalz2 g

Reis trocken in der Pfanne unter Rühren 4 bis 5 Minuten bis nussbraun rösten. Kokoswasser auf 70 °C, Reis 20 Minuten ziehen lassen, fein abseihen, Salz lösen, sofort kühlen.

Ausbeute
ca. 460 ml · reicht für 13 Drinks
Pro Drink
3.5 cl pro Drink
Lagerung
Kühlschrank, verschlossen · portionsweise einfrierbar
Haltbarkeit
3 Tage gekühlt, 3 Monate gefroren. Kokoswasser hat kaum Zucker und keine Säure und verdirbt deshalb schnell.
Verderb
säuerlicher Geruch, Trübung, Gasbildung

Anleitung

  1. Alles auf Eis 12 Sekunden schütteln.Shake · 12 s

  2. Doppelt abseihen. Ohne Garnitur.doppelt

Warum so

So schmeckt er: Geröstet, salzig-limettig, trocken statt tropisch.

Der Nakal ist mit Pandanblättern gebrannt. Pandan und Jasminreis teilen denselben Leitstoff, 2-Acetyl-1-pyrrolin — er ist der Grund, warum beide nach warmem Popcorn und Basmati riechen. Der geröstete Reis im Baustein trifft deshalb nicht auf eine fremde Note, sondern auf dieselbe, und verlängert sie ins Warme.

Die Limette greift die Kalamansi im Gin auf, das Salz im Baustein nimmt dem Kokoswasser die Süsse. Damit bleibt der Drink trocken statt tropisch — was bei Kokos und Pandan die eigentliche Arbeit ist.

Mit jedem anderen Gin ist Röstreis eine Idee, die man dazustellt. Mit dem Nakal ist er die Fortsetzung dessen, was in der Flasche steht. Ein London Dry hätte hier nichts, woran der Reis andocken könnte.

Glas
Coupette, vorgekühlt
Ansatz
12.5 cl im Glas · 16.6 % vol
Zeit
5 Min
Werkzeug
Shaker, Feinsieb
Baustein
nur einer — das Salz sitzt bereits darin
Nakal Gin für diesen Drink
GL-S08ExperimentKirschkernverwandt mit dem MartinezGentleman’s GinLondon Dry · Wacholder, Angelikawurzel, Zitronenschale, Wermut · 41 % volKirscheBittermandelWermutMassstab 20 cl10.4 cl
Zeit3 Min
WerkzeugRührglas, Barlöffel
GlasNick & Nora
Ansatz10.4 cl
Rezept und AnleitungSchliessen5 Zutaten · 3 Schritte

Zutaten

  1. 01Gentleman’s Gin4.5 cl
  2. 02Wermut, rot3 cl
  3. 03Kirsch de Bâle0.5 cl
  4. 04Zuckersirup 2:10.5 cl
  5. 05Angostura Bitters1 Spritzer
Im Glas10.4 cl · 24.3 % vol

Anleitung

  1. Alles auf Würfeleis 25 Sekunden rühren.Rühren · 25 s

  2. Einfach abseihen.einfach

  3. Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken und verwerfen.Öl, ohne Schale

Warum so

So schmeckt er: Kirsche über Wermut, Bittermandel im Abgang, trocken.

Maraschino ist gesüsster Kirschbrand: Aroma und Süsse kommen gekoppelt aus derselben Flasche. Wer mehr Kirsche will, bekommt zwangsläufig mehr Zucker.

Der Kirsch de Bâle ist ein Kirschbrand ohne Zusatz, destilliert aus Dollenseppler Kirschen, mit einem Hauch Bittermandel. Damit lassen sich Kirsche und Süsse getrennt dosieren — 0.5 cl Kirsch für das Aroma, 0.5 cl Sirup für die Süsse, unabhängig voneinander. Die Süsse wird zur eigenen Stellschraube.

Der Gentleman’s steuert Angelikawurzel und Wermut aus seinen eigenen Botanicals bei und verlängert damit den roten Wermut im Glas. Ein neutralerer Gin liesse den Wermut allein stehen.

Einfach abseihen genügt: Doppeltes Abseihen hält Eissplitter und Fruchtfleisch zurück, und beim Rühren entsteht weder das eine noch das andere. Das Feinsieb hätte hier keine Aufgabe.

Glas
Nick & Nora, vorgekühlt
Ansatz
10.4 cl im Glas · 24.3 % vol
Zeit
3 Min
Werkzeug
Rührglas, Barlöffel
Gentleman’s Gin für diesen Drink
GL-S09SofortAtelier HighballGin de BâleLondon Dry · Wacholder, Zitronenschale, Fichtennadel · 40 % volWacholderFichteZitronenölMassstab 20 cl17 cl
Zeit2 Min
Werkzeugnur Glas und Eis
GlasHighball
Ansatz17 cl
Rezept und AnleitungSchliessen4 Zutaten · 5 Schritte

Zutaten

  1. 01Gin de Bâle5 cl
  2. 02Soda, eiskalt (max. 4 °C)12 cl
  3. 03Zitronenzeste, breit geschnitten1 Stk.
  4. 04Klare Eiswürfel4–5 Stk.
Im Glas17 cl · 11.8 % vol

Anleitung

  1. Glas 10 Minuten bei −18 °C vorkühlen.vorkühlen

  2. Glas vollständig mit Eis füllen, bis über den Rand.bis oben

  3. Gin zugeben, dann Soda am Glasrand hinunterlaufen lassen.am Rand

  4. Einmal heben, nicht rühren.1 × heben

  5. Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken, dann einlegen.Öl, mit Schale

Warum so

So schmeckt er: Wacholder, harzige Fichte, Zitronenöl in der Nase.

Soda, nicht Tonic — und das ist keine Geschmackssache, sondern eine Entscheidung. Tonic bringt Chinin-Bitterkeit und rund 8 g Zucker je 100 ml mit. Beides legt sich über die Fichtennadel des Gin de Bâle, und genau die soll hier zu hören sein. Soda bringt nur Kohlensäure.

Auch die Zeste ist festgelegt: Zitrone, weil Zitronenschalen zu den Botanicals gehören. Orange fügte eine Note hinzu, die nicht in der Flasche steht.

Viel Eis, nicht wenig. Eine grosse kalte Masse schmilzt langsamer als eine kleine — halb gefüllt verwässert der Drink schneller als randvoll. Er startet bei 11.8 % und wird beim Trinken schwächer. Das ist bei einem Highball normal und hier eingerechnet.

Mit dem Gin aus dem Workshop funktioniert er genauso: das Verfahren hängt an Temperatur und Eis, nicht an der Rezeptur.

Glas
Highball, 10 Min vorgekühlt
Ansatz
17 cl im Glas · 11.8 % vol
Zeit
2 Min
Werkzeug
nur Glas und Eis
Filler
Soda, keine Auswahl · Zeste Zitrone, keine Auswahl
Gin de Bâle für diesen Drink
GL-S10SofortGrüne StundeAbsinthe de BâleWermut, Anis, Fenchel · 55 % volAnisGrapefruitherbMassstab 20 cl17.5 cl
Zeit3 Min
Werkzeugnur Glas und Eis
GlasHighball
Ansatz17.5 cl
Rezept und AnleitungSchliessen5 Zutaten · 4 Schritte

Zutaten

  1. 01Absinthe de Bâle2 cl
  2. 02Grapefruitsaft, frisch gepresst, rosa4 cl
  3. 03Zitronensaft, frisch1 cl
  4. 04Zuckersirup 2:10.5 cl
  5. 05Soda, eiskalt10 cl
Im Glas17.5 cl · 6.3 % vol

Anleitung

  1. Glas mit Eis füllen.bis oben

  2. Absinth, Säfte und Sirup zugeben.direkt

  3. Mit Soda am Glasrand auffüllen, einmal heben.am Rand

  4. Grapefruitzeste über dem Glas ausdrücken, dann einlegen.Öl, mit Schale

Warum so

So schmeckt er: Anis über Grapefruit, herb, lang, wenig Alkohol.

Der Absinthe de Bâle steht bei 55 %. Zwei Zentiliter reichen deshalb, um Anis, Fenchel und Wermut über 17.5 cl hörbar zu halten. Mit einem Pastis bei 40 % und Zuckerzusatz verschwände der Kräuterkern, und der Drink würde süss.

Grapefruit ist gewählt, weil ihre Bitterkeit den Wermut aufnimmt, statt gegen ihn zu arbeiten. Zitrone allein wäre nur sauer und liesse den Anis allein stehen.

Beim Auffüllen trübt der Drink ein. Anethol, der Anisträger, ist in Wasser nicht löslich und fällt aus — dieselbe Louche wie beim Ritual, hier im Longdrink. Sie gehört dazu und ist kein Fehler.

Mit 6.3 % ist das der leichteste Drink der Reihe. Absinth muss nicht stark serviert werden, um erkennbar zu bleiben.

Glas
Highball, mit Eis gefüllt
Ansatz
17.5 cl im Glas · 6.3 % vol
Zeit
3 Min
Werkzeug
nur Glas und Eis
Louche
Die Trübung beim Auffüllen ist gewollt.
Absinthe de Bâle für diesen Drink

Übersicht

Alle zehn Serves mit Flasche, Geschmack, Glas, Ansatz, Trinkstärke und Aufwand
KennungDrink FlascheGeschmack GlasAnsatz Vol.-%Aufwand
GL-S01Nori SourFisherman’s GinYuzu · salzig · seidigCoupette12.2 cl15.2 %Experiment
GL-S02Moos & ZitroneGentleman’s Gintrocken · wurzelig · gewürztNick & Nora9 cl31 %Lab
GL-S03WaldkanteLumberjack’s GinFichte · Ahorn · perlendHighball17.5 cl11.7 %Experiment
GL-S04HolzfeuerLumberjack’s GinAhorn · Orange · BitterDouble Rocks7.3 cl33.6 %Sofort
GL-S05Letzter TropfenFlaneur GinZitrus · trocken · perlendCoupette13.6 cl14.7 %Experiment
GL-S06MorgenwerkLicor de CaféKaffee · Kirsche · trockenCoupette11.9 cl17.9 %Sofort
GL-S07Pandan & SalzNakal GinPandan · Röstreis · LimetteCoupette12.5 cl16.6 %Experiment
GL-S08KirschkernGentleman’s GinKirsche · Bittermandel · WermutNick & Nora10.4 cl24.3 %Experiment
GL-S09Atelier HighballGin de BâleWacholder · Fichte · ZitronenölHighball17 cl11.8 %Sofort
GL-S10Grüne StundeAbsinthe de BâleAnis · Grapefruit · herbHighball17.5 cl6.3 %Sofort

Der Balken auf jeder Karte zeigt den Ansatz auf derselben Skala bis 20 cl. Die Trinkstärke ist aus den Mengen gerechnet und enthält die Verdünnung beim Rühren oder Schütteln. Bei den Highballs schmilzt danach weiteres Eis im Glas — sie beginnen bei der angegebenen Stärke und werden beim Trinken leichter.

Warum unsere Rezepte abweichen

Klassische Cocktailrezepte sind für eine unbekannte Basis geschrieben. Sie setzen voraus, dass niemand weiss, wie süss, wie stark und wie aromatisch die Flasche im Regal ist — also gleichen sie mit Zucker, Likör und Sirup aus. Diese Zutaten sind oft Korrektur, nicht Absicht.

Wir stellen die Basis selbst her und kennen ihre Werte. Damit fällt der Grund für einen Teil dieser Zutaten weg. An ihre Stelle tritt eine Entscheidung, die wir begründen können — und die auf jeder Karte nachzulesen ist. Drei Fälle, an denen man den Unterschied ablesen kann:

Holzfeuer · GL-S04

Old Tom statt Zuckersirup
Standard
Spirituose, Zuckersirup, Bitter. Der Sirup gleicht aus, was eine trockene Basis nicht mitbringt — er ist Korrektur, keine Zutat.
Unsere Flasche
Zucker geht nicht durch die Brennblase. Was gesüsst wird, wird nach dem Brand gesüsst — genau das macht einen Old Tom aus. Beim Lumberjack’s übernimmt das kanadischer Ahornsirup, neben Fichtennadel, auf 41 % vol.
Die Änderung
Kein Sirup im Glas, und auch kein zusätzliches Wasser. Verdünnt wird genau einmal, beim Rühren. Wer hier süsst, süsst zum zweiten Mal.

Kirschkern · GL-S08

Eigener Kirsch statt Maraschino
Standard
Gin, süsser Wermut, Maraschino, Bitter. Maraschino ist ein Destillat aus Marasca-Kirschen, das nach dem Brand gesüsst wird — Aroma und Süsse kommen gekoppelt aus derselben Flasche.
Unsere Flasche
Wir brennen Kirsch de Bâle selbst, aus Dollenseppler Kirschen, ohne Zusatz. Das Kirscharoma liegt damit unabhängig von der Süsse vor.
Die Änderung
0.5 cl Kirsch und 0.5 cl Sirup, getrennt dosiert. Die Süsse wird zur eigenen Stellschraube, statt am Kirschanteil zu hängen — mehr Kirsche heisst hier nicht automatisch süsser.

Letzter Tropfen · GL-S05

Gemessene Dosage statt Rezeptzucker
Standard
Gin, Zitrone, Zuckersirup, Schaumwein. Der Sirup steht fest im Rezept, obwohl der Schaumwein selbst Zucker mitbringt — wie viel, weiss beim Nachmixen niemand.
Unsere Flasche
Dosage heisst der Zucker, der einem Schaumwein nach dem Degorgieren zugesetzt wird, gemessen in Gramm pro Liter. Beim Hedonistic Breakfast Club von Ale & Bread sind es 8 g/l, eine dezente Brut-Dosage. Deutscher Sekt aus Baden, Nobling und Chardonnay, 21 Monate Hefelager.
Die Änderung
Wir rechnen mit der Zahl statt mit einer Annahme. 8 cl Sekt bringen 0.64 g Zucker mit, der Sirup 6.8 g — der Sekt trägt rund ein Zehntel der Süsse, nicht die Hälfte. Deshalb bleibt der Sirup bei 0.8 cl.

Wissensmodul · Absinthe Rituel

Das Ritual ist kein Cocktail und steht deshalb ausserhalb der zehn. Es ist die Art, einen Absinth pur zu trinken: Eiswasser läuft tropfenweise über einen Löffel in das Glas, bis der Absinth eintrübt.

Diese Trübung heisst Louche. Anethol, der Träger der Anisnote, löst sich in Alkohol, aber nicht in Wasser. Sinkt der Alkoholgehalt beim Verdünnen, fällt es aus und macht das Glas milchig. Das ist der Moment, an dem sich der Duft öffnet.

Das übliche Verhältnis liegt zwischen 1:3 und 1:5. Wir servieren 1:5 — der Absinthe de Bâle steht bei 55 % und trägt genug Kräuter, um bei dieser Verdünnung deutlich zu bleiben. Zucker nur, wenn gewünscht: nötig ist er hier nicht.

Absinthe Rituel

1 : 5
Absinth zu Eiswasser
Absinth
Absinthe de Bâle, 55 % vol · 3 cl
Eiswasser
15 cl, tropfenweise über den Löffel
Im Glas
18 cl · 9.2 % vol
Glas
Rocks, ohne Eis
Zucker
optional, ein Würfel über dem Löffel
Absinthe de Bâle

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Die Flaschen

Jeder Drink steht auf einer Flasche aus unserer Brennerei. Wer eine davon zu Hause hat, kann die Reihe abarbeiten.

Der eigene Gin

Im Gin Workshop in der Aktienmühle entwickelst du deine eigene Rezeptur und nimmst 0.5 Liter mit. Danach funktioniert der Atelier Highball genauso — das Verfahren hängt an Temperatur und Eis, nicht an der Rezeptur.